04
August
2016

Kodokan - eine gute Lehrstube

Viele Judokas setzen sich zum Ziel, irgendwann mal den Kodokan in Tokyo zu besuchen. Nicht nur, um sich neben der Statue Kano Jigoro Shihan ablichten zu lassen, vielmehr möchte man im Kodokan in einem der Dojos Judo trainieren. Sei es bei den täglich angebotenen offenen Randoris oder einem mehrtägigen Kata-Kurs.

Die Gelegenheit solch einen Kata-Kurs zu besuchen, nutzte jetzt eine kleine Gruppe des NWDK, die von einem Kodokan-Kenner erwartet wurde. Wolfgang Dax-Romswinkel war schon mehrmals in die Geburtsstadt des Judos gereist. Er führte die Gruppe natürlich erst einmal zum Kodokan. Dort konnte Ulla Loosen als erste ihre Koffer in den Übernachtungszimmer des Kodokan ablegen.

Die Räumlichkeiten des Kodokan wurden an diesem Tag nur auf die Schnelle gezeigt. Schließlich musste man sich für den anstehenden Kurs persönlich eintragen lassen und der Rest der Gruppe musste sich in das 10 Minuten entfernte Hotel einchecken.

Noch am selben Tag nutzte man die Möglichkeit, Tokyo und die nähere Umgebung zu erkunden, wobei interessante Ziele bereits abgesteckt waren. Unter anderem das Eingangsgewölbe des Eishoji-Tempel, in dem Kano Jigoro sein erstes Dojo eröffnete.

Voller Erwartungen und Respekt vor dem hohen Gebäude des Kodokan ging es am nächsten Tag auf die Judomatte. Nachdem man sich  mit denVerhaltensregel im Kodokan vertraut gemacht hatte, sowohl mit den geschriebenen als auch mit den ungeschrieben, ging es endlich auf die Matte.
Jeder muss für sich entscheiden, was es für ihn bedeutet die Judomatten des Kodokan zu betreten.

In dem großen Hauptdojo, das einen bleibenden Eindruck hinterließ, erlebte man einiges Bekannte wieder: Respekt, Bescheidenheit und vor allem Höflichkeit. Man war einer von vielen unter Gleichgesinnten. An diesem Tag erfuhr man viel über die Geschichte des Judo und auch etwas über „Erste Hilfe“.

Die weiteren Tage brachten dann die Praxis in den einzelnen Katas. Angefangen mit der Itsutsu no kata bis hin zur umfangreichen Koshiki no kata.
Alles ausführlich erklärt und mit genügend Zeit, um die Wirkungsweise der einzelnen Techniken zu studieren. Die Kodokan-Lehrer waren offen für Fragen in der Funktionalität der Kata und beantworteten diese mit großer Bereitschaft. Tag für Tag nutzte man die Gelegenheit, Kata unter sehr fachlicher Aufsicht zu studieren.

Natürlich beschäftigte man sich nicht nur mit Kata, die den größten zeitlichen Teil einnahm und einige konstruktive Diskussionen hervorbrachte - das passiert zwangsläufig, wenn man mit amtierenden Kata-Europameistern und Vize-Europameistern gemeinsam diese Disziplin übt - auch in das Nachtleben Tokyos tauchte man ein und genoss die Metropole Japans, ohne über die Strenge zu schlagen.

Für Yusuf Arslan und Sergio Sessini aus der NWDK-Gruppe bot sich die Möglichkeit, im Laufe des Kata-Kurses die Nage no kata vor den Judo-Lehrern und den Kursteilnehmern vorzuführen. Eine gelungene Demonstration nach der die beiden noch Tage im Kodokan Zuspruch fanden.

Etwas traurig stimmte die Gruppe des NWDK, vor allem auch den NWDK-Prüfungsbeauftragten Wolfgang Thies, dass man sich zwischen zwei Katas entscheiden musste. In der Kodokan Goshin jutsu, die Wolfgang Thies wählte, konnte  er viele interessante Details zu dieser Kata erfahren.  

Am letzten Tag dieses tollen Kata-Kurses kam der krönende Abschluss. Man hatte die Möglichkeit, vor den Kodokan-Großmeistern eine der geübten Katas vorzuführen.
Dieser Aufgabe stellten sich Ulla Loosen und Wolfgang Dax-Romswinkel in der Itsutsu no kata. Das Ergebnis war, dass ihnen vor allen Teilnehmern ein Zertifikat in dieser Kata ausgehändigt wurde.

Gänsehautfeeling bekam man dann noch einmal beim letzten gemeinsamen Abgrüßen mit allen Teilnehmern und den Kodokan-Lehrern mit anschliessendem Gruppenfoto.